Vorstand + Beirat

Vorstand

Vorsitzende: Asuman Lätzer-Lasar (Max-Weber-Kolleg Erfurt)

Asuman Lätzer-Lasar: Frau, Migrationshintergrund, Arbeiter*innenkind, Archäologin auf dem zweiten Berufsweg, Hauptverdienerin der Familie, zwei Kinder.

Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien an der Universität Erfurt und Kernmitglied der DFG Kollegforschungsgruppe „Religion und Urbanität. Wechselseitige Formierungen“ (FOR 2779). Dort forscht sie zum Thema der römischen Religionen im westlichen Mediterraneum, insbesondere zu den Verehrungspraktiken und der gelebten Religion im urbanen Raum unter Einbindung von soziologischen, urbanistischen, anthropologischen und religionshistorischen Ansätzen.

Sie ist Mitglied des Editorial Boards der Zeitschrift ARYS: Antigüedad: Religiones y Sociedades, der AG Kultur|Bewegungen (AG TidA) und des DAI-Forschungsnetzwerkes Cluster 6 „Connected Cultures? Konzepte, Phänomene, Praktiken kultureller Interaktion“. Als Visiting Scholar war sie an die Universitäten Stanford und UC Irvine (USA) eingeladen. Seit letztem Jahr ist sie Mentorin im Programm „Erste Generation Promotion Mentoring+“ der Universität zu Köln.

Davor war sie Geschäftsführerin beim Internationalen Kolleg Morphomata in Köln. In dieser Zeit hat sie sich primär mit kulturwissenschaftlichen Theorien und Konzepten der Figuration und des Kulturaustausches auseinandergesetzt.

Für ihre Dissertation über die sog. Pergamenische Importkeramik in Ephesos während des Hellenismus und der frühen Kaiserzeit, die von der interdisziplinären Graduiertenschule a.r.t.e.s. an der Universität zu Köln gefördert worden ist, hat sie Ansätze aus der qualitativen Netzwerkanalyse und post-koloniale Theorien fruchtbar gemacht.

Sie studierte die Fächer Provinzialrömische Archäologie, Klassische Archäologie, Ältere Sinologie und Islamwissenschaften an der Universität zu Köln. Ihr Auslandssemester führte sie an die Tamkang Universität (Danshui/Taiwan). Neben und nach ihrem Studium hat sie langjährig an Ausgrabungen und Forschungen in der Türkei teilgenommen, wie z.B. Doliche (Gaziantep), Perrhe (Adiyaman), Ephesos (Selçuk), Ainos (Enez) und Patara (Gelemiş), sowie in anderen Ländern, wie Griechenland (Aigeira) China (Hancheng), und der Mongolei (Ulaanbaatar).

Stellv. Vorsitzender: Stefan Schreiber (RGZM Mainz)

Stefan Schreiber ist Mitarbeiter im Projekt „Resilienzfaktoren in diachroner und interkultureller Perspektive“ am RGZM Mainz. Zugleich ist er Sprecher der Area „Umsorgtes Leben: Gesundheit – Krankheit – Tod“ am Profilbereich „40.000 Years of Human Challenges“ der JGU Mainz. Er studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Ur- und Frühgeschichte, Mittelaltergeschichte und Ältere Deutsche Literatur.  Seine Doktorarbeit (Wandernde Dinge als Assemblagen. Neo-materialistische Perspektiven zum ‚römischen Import‘ im ‚mitteldeutschen Barbaricum‘) verfasste er am Exzellenzcluster TOPOI der Freien Universität Berlin. Er ist Mitherausgeber des Journals Forum Kritische Archäologie. Seine Forschungsinteressen sind die Verflechtungen von menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen, Neuer & Feministischer Materialismus und antike Biopolitik sowie generell metaarchäologische, postkoloniale und posthumanistische Fragen zur Rolle von Archäologie im Allgemeinen. Von 2014–2019 war er Sprecher der AG TidA.

Geschäftsführer: Felix Levenson (JGU Mainz)

Felix Levenson hält einen B.A. in Religionswissenschaft und einen M.A. in Westasiatischer Archäologie (offiziell: Vorderasiatische Archäologie). Neben Theorien in der Archäologie beschäftige er sich vor allem mit Architektur und Architektursoziologie des alten Westasiens, woraus auch schon ein Sammelband (Buccellati et al. 2019) hervorging. Momentan arbeitet er als wiss. Koordinator des Profilbereichs „40.000 years of human challenges“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, des Verbundes Archäologie Rhein-Main (VARM) und des Zentrum für Alte Sprachen und Schriften (ZASS) an der JGU Mainz. Zudem koordiniert er den VARM-Theorie-Lesezirkel.

Schatzmeisterin: Tina Beck (FU Berlin)

Tina Beck hat Sozial- und Kulturanthropologie und Ägyptologie an der Freien Universität Berlin studiert. Sie ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ägyptologischen Seminar der Freien Universität Berlin und arbeitet an Ihrer Dissertation über private (nicht-königliche) Grabstatuen aus Holz aus Mittelägypten (Akhmim-Beni Hasan) während der Ersten Zwischenzeit und des Mittleren Reiches (2205-1630 v. Chr). Hierbei untersucht sie die Verbindungen Mensch-Objekt-Ritual im Kontext des Bestattungsrituals aber auch des nachfolgenden memorial cults. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit der Fachgeschichte der Ägyptologie und postkoloniale Ansätze in der ägyptologischen Forschung.

Webseitenbeauftragter: Martin Hinz (Universität Bern)

Martin Hinz ist als Oberassistent am Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Bern, Abteilung Prähistorische Archäologie, tätig. Sein aktueller Schwerpunkt ist die Verbindung von naturwissenschaftlichen Daten, quantitativen Methoden und archäologischem Erkenntnisgewinn. Primär sind es erkenntnistheoretische Fragen im Fach, speziell den Grenzen der Erkenntnismöglichkeiten archäologischer Forschung, und den spezifischen Wert und Umgang mit Informationen innerhalb der Archäologie, sowie für Fragen bezüglich Sozialstrukturen und deren Niederschlag in der materiellen Kultur. Inhaltlich stehen aktuell das Neolithikum und die Bronzezeit in der Schweiz und der Einfluss und die Frage des Determinismus von Umwelteinflüssen auf Siedlungsverhalten und Prosperität vergangener Gesellschaften im Vordergrund.

Beirat

Christoffer J. Diedrich (Landschaftsverband Westfalen-Lippe Münster)

Zurzeit leite ich den Bereich der wissenschaftlich-visuellen Dokumentation sowie Projekte im Bereich Digital Heritage in der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Zugleich forsche ich zu Themen der archäologischen Grundlagenforschung sowie erkenntnistheoretischen Fragestellungen in Bezug auf digitale Technologien im Spannungsfeld von Archäologie, Denkmalpflege und historischer Bauforschung.
Ich studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Klassische Philologie, sowie Geschichtswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der İstanbul Üniversitesi. In meiner Abschlussarbeit „Zu Äußerungen gesellschaftlicher Wertvorstellungen in der griechischen Vasenmalerei“ befasste ich mich mit bildwissenschaftlichen und bildtheoretischen Ansätzen im Rahmen einer methodologischen Analyse zu sozial- und kulturgeschichtlichen Untersuchungen in der Klassischen Archäologie.
Der wissenschaftliche Bildgebrauch, Theorien und Methoden der Feldforschung und kulturgeschichtliche Wissenschaftstheorie im Allgemeinen bilden meine weiteren Forschungsinteressen.

Caroline Heitz (Universität Oxford)

Caroline Heitz ist SNSF-Post-Doc-Mobility Fellow an der School of Archaeology der Universität Oxford, wo sie an ihrem Habilitationsprojekt arbeitet. Zentrale Themen, die sie untersucht sind sozialarchäologische Zugänge zu Resilienz und Vulnerabilität in der archäologischen Forschung, sowie Praktiken und Handlungskapazitäten zur (Wieder)herstellung von Sicherheit während klimatisch-umweltlichen, ökonomischen und soziopolitischen Herausforderungen in der prähistorischen Vergangenheit. Ihre Promotion erfolgte 2018 am Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Bern, bei welcher sie Mobilität, Verflechtungen und damit einhergehende kulturelle und soziale Transformationen anhand von Keramikpraktiken in neolithischen Seeufersiedlungen des nördlichen Alpenvorlandes untersuchte. Weitere Forschungsfelder sind Translokalität, Zeit und Zeitlichkeit, Materialitätstheorien, Sozial- und Kulturtheorien sowie Epistemologie in der Archäologie. Sie ist Mitherausgeberin der Gold Open Access Schriftenreihe ‚Open Series in Prehistoric Archaeology‘ (OSPA) und Mitbegründerin der Swiss Theoretical Archaeology Group (Swiss TAG). Ein besonderes Interesse hat sie an institutionen-, sprach- und disziplinenübergreifenden Theoriediskussionen sowie einer Reflexion der paradigmatischen Vielfalt in Wissenskonstruktionen.

Sabine Neumann (Philipps-Universität Marburg)

Sabine Neumann ist akademische Rätin an der Philipps-Universität Marburg. Sie studierte an der LMU München Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Kunstgeschichte. In ihrer Doktorarbeit mit dem Thema „Grotten in der hellenistischen Wohnkultur“ befasste sie sich mit der Rezeption von Natur in der Antike. Darüber hinaus beschäftigte sie sich mit der Rolle von Naturelementen in griechischen Kulten und erforscht antikes Naturverständnisse in Form von Natur-Kultur-Hybriden.
In ihrem Habilitationprojekt untersucht sie Kulte für die graeco-ägyptischen Gottheiten in Athen anhand des Konzepts des Social Imaginary. Seit Februar 2020 führt sie in Kooperation mit der Universität Kopenhagen ein Forschungsprojekt zum Thema „Migrants and Membership Regimes in the Hellenistic World (ca. 400 – 31 BCE)“ durch, in dem sie Fragen zu antiker Migration und female agency nachgeht.

Martin Renger (Universität Freiburg)

Martin Renger studierte Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Vorderasiatische Archäologie sowie Altorientalische Philologie an den Universitäten Leipzig (BA) und Freiburg (MA). In seiner Promotion (Berlin/Freiburg) beschäftigt er sich mit dem Thema sozialer Ordnung und Kollektivierungsprozesse am Beispiel der Neolithisierung Westasiens. Er ist an der Schnittstelle Urgeschichtliche Archäologie Westasiens tätig und interessiert sich allgemein für Theorien und Methoden in der Archäologie, besonders jedoch für ordnungs- und gesellschaftstheoretische, raum- und dort speziell für architektursoziologische Perspektiven. Vor diesem Hintergund hat er auch den sich im Aufbau befindenden TidA-Arbeitskreis  ‚Architekturen gesellschaftlicher Ordnungen (AK ArgO)‘ mitgegründet. Zudem beschäftigt er sich mit Fragen und Aspekten zur Wissenssoziologie und -geschichte, Wissenschaftsforschung, zur politischen und ethischen Dimension im Rahmen einer kritischen Archäologie und zur politischen Anthropologie. Seit 2012 ist er Mitglied, seit 2015 im Beirat der AG TidA e.V. tätig und Mitinitiator der Workshopreihe ‚Theory in Practice‘ sowie des Freiburger Theorie-Lesezirkels.

Alexander Veling (FU Berlin)

Alexander Veling hat Archäologie, Soziologie und Geschichte in München, Bamberg, Frankfurt/Oder und Berlin studiert und ist derzeit Doktorand in der Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS). Er forscht zu Sozial- und Kulturtheorien, Spätantike und Frühmittelalter und Methoden der Archäologien. Sein besonderer Schwerpunkt sind Praxistheorien in postdisziplinärer Perspektive. In der Promotion entwickelt er neue Forschungskonzepte für Sozialarchäologie und Gräberarchäologie und wendet diese auf den Kontext der sogenannten Völkerwanderungszeit an. Alexander Veling leitet außerdem den Theorielesezirkel des Berliner Antike-Kollegs.

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Arbeitsgemeinschaft Theorien in der Archäologie