Archiv der Kategorie: Tagungsempfehlungen

Ist “Kulturerbe” zukunftsfähig?

Das Forum Kritische Archäologie veranstaltet am 21.Februar 2019 wieder ein Seminar, diesmal mit Prof. Cornelius Holtorf (Linnaeus University, Schweden). Unter dem Titel “Ist ‘Kulturerbe’ zukunftsfähig. Kritische Thesen zu archäologischem Kulturerbe, kultureller Identität und Begrenzungen unseres Denkens für die Zukunft” wird an der Freien Universität Berlin kontrovers der Kulturerbediskurs unter die Lupe genommen. Das Seminar ist öffentlich und findet von 14-18 Uhr statt.

Weitere Details gibt es hier.

Programm der Sektion “Mensch – Körper – Tod. Der Umgang mit menschlichen Überresten im Neolithikum”

Am 02.-04.4.2019 veranstalten wir auf der Tagung des West- und Süddeutsche Verbandes für Altertumsforschung (WSVA) und des Mittel- und Ostdeutschen Verbandes für Altertumsforschung (MOVA) gemeinsam mit der AG Neolithikum eine (vor allem) zeitspezifische Sektion. Thema ist dieses Mal „Mensch – Körper – Tod. Der Umgang mit menschlichen Überresten im Neolithikum“.

Programm (auch hier zum downloaden)

Dienstag, den 02.04.2019

10:00 – 12:30 Uhr • Mitgliederversammlung der AG TidA

12:30 Uhr • Mittagspause

14:00 Uhr • Nadia Balkowski, Kerstin P. Hofmann, Isabel Hohle, Nils Müller-Scheeßel, Almut Schülke, Begrüßung und Einleitung (Organisatorisches und Inhaltliches)
14:50 Uhr • Ulrich Veit, Jenseits von Historismus und Anthropologie: Überlegungen zu einem kulturtheoretischen Rahmen für das Studium neolithischer Praktiken der Totenbehandlung

15:30 Uhr • Kaffeepause

16:00 Uhr • Heidi Peter-Röcher, Gewalt an Lebenden – Gewalt an Toten: zu Kontexten und Interpretationsmöglichkeiten menschlicher Überreste

Mittwoch, den 03.04.2019

09:00 Uhr • Franziska Holz, Die Abgrenzung prä- und perimortaler knöcherner Verletzungen von postmortalen Defekten – illustriert an ausgewählten Schädeln aus dem Beinhaus von St. Lubentius (Limburg-Dietkirchen)

10:00 Uhr • Kaffeepause

10:30 Uhr • Franz Pieler, Maria Teschler-Nicola, Asparn/Schletz: Archäologische und anthropologische Bestandsaufnahme und Ausblick
11:10 Uhr • Johanna Ritter, „Wo sind all die Toten hin?“ Theorien und Konzepte zum bandkeramischen Bestattungswesen in Hessen
11:50 Uhr • Joachim Pechtl, Vielfalt in Leben und Tod – linienbandkeramische Bestattungskollektive in Südbayern

12:30 Uhr • Mittagspause

14.00 Uhr • Nils Müller-Scheeßel, Ivan Cheben, Zuzana Hukelova, Martin Furholt, Kopflose Skelette und aufgebahrte Leichen: Die Toten der bandkeramischen Siedlung von Vráble/Südwestslowakei im Vergleich mit gleichzeitigen Kollektiven
14:40 Uhr • Postersession:
Benjamin Spies, Eine Menschenzahnkette der jüngeren Bandkeramik aus Mainfranken
Julia Hahn, Wie tickten die Taubertaler? Das schnurkeramische Gräberfeld Markelsheim-Fluräcker im regionalen Vergleich aus anthropologischer Sicht

15:30 Uhr • Kaffeepause

16:00 Uhr • Alexander Gramsch, Birgit Großkopf, Das Itinerarium des menschlichen Körpers. Eine interdisziplinäre Spurensuche

Donnerstag, den 04.04.2019

09:20 Uhr • Stefan Schreiber, Sabine Neumann, Vera Egbers, “I like to keep my archaeology dead”. Entfremdung und “Othering” der Vergangenheit als ethisches Problem

10:00 Uhr • Kaffeepause

10:30 Uhr • Sara Schiesberg, Christoph Rinne, Knochen – Teilverband – Skelett. Neue Untersuchungsergebnisse und interkulturell vergleichende Überlegungen zum Totenritual kollektiv bestattender Populationen
11:10 Uhr • Christoph Steinmann, Artikulierte und disartikulierte menschliche Überreste in der Mecklenburgischen Megalithik
11:50 Uhr • Mitgliederversammlung der AG Neolithikum

12:30 Uhr • Mittagspause

14:00 Uhr • Torsten Schunke, Der Umgang mit den Ahnen bei Salzmünde, Saalekreis – Die Umbettung eines Kollektivgrabes der Bernburger Kultur und nachfolgende Eingriffe in den Befund
14:30 Uhr • Martin Nadler, Gedanken zu den sog. Silobestattungen der Münchshöfener und Michelsberger Kultur
15:00 Uhr • Rouven Turck, Niels Bleicher, Leben und Sterben auf dem Abfallhaufen? Menschliche Skelettreste in Jungsteinzeitlichen Seeufersiedlungen (ZH-Opéra)?

15:30 Uhr • Kaffeepause

16:00 Uhr • Clara Drummer, Grabhandlungen oder Handlungen am Grab? Die Bedeutung schnurkeramischer Scherben und unterschiedlicher Bestattungskonzepte am Beispiel des Galeriegrabes Altendorf, Lkr. Kassel

16:40 Uhr • Abschlussdiskussion

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CfP für Workshop “Socio-Environmental Dynamics over the Last 15,000 Years: The Creation of Landscapes VI”

Vom 11.-16. März 2019 findet in Kiel der International Open Workshop 2019 „Socio-Environmental Dynamics over the Last 15,000 Years: The Creation of Landscapes VI” statt. Ganze 18 Sessions sind geplant, für die bis zum 15.11.2018 die Call for Papers laufen. Zum Überblick über die CfP, Sessions und den Workshop geht’s hier: http://www.workshop-gshdl.uni-kiel.de/

Besonders freuen wir uns über eine Kooperation der AG TidA mit den Organisatoren Artur Ribeiro und Vesa Arponen der Session 17 „Determinism in archaeology: What is it and why does it matter?“, zu der wir natürlich ganz herzlich zur Beteiligung aufrufen: http://www.workshop-gshdl.uni-kiel.de/workshop-sessions-2019/session-2019-17/.

Workshop “Neo-völkische Geschichtsbilder in populären Vergangenheitsaneignungen im östlichen Europa”

Vom 27.-28. September 2018 findet in Leipzig der Workshop “Neo-völkische Geschichtsbilder in populären Vergangenheitsaneignungen im östlichen Europa. Neuheidentum – Reenactment – Musikszene” statt.

Das Programm und den Flyer dazu findet ihr hier.

In rechtsextremen (Sub)Kulturen lässt sich seit einigen Jahren wieder ein verstärkter Rückgriff auf vermeintlich bis in vor- und frühgeschichtliche Zeiten zurückreichende Traditions- und Herkunftslinien beobachten. Insbesondere vorchristliche Gesellschaften dienen als Identifikationsobjekte und Projektionsflächen für scheinbar „natürliche“ und „unverfälschte“ Lebensbilder, Spiritualität und Gesellschaftsordnungen. Die Konstruktion solcher Kontinuitäten reproduziert Auffassungen von zumeist biologistisch verstandenen Zugehörigkeiten im Sinne eines Ethnonationalismus und schafft gleichzeitig Abgrenzungen gegenüber anders interpretierten Gesellschaften in Geschichte und Gegenwart. Der Workshop stellt das Aufgreifen völkischer Geschichtsbilder in Populärkulturen des östlichen Europa zur Diskussion und nimmt anhand konkreter Beispiele in den Blick, wie durch selektive historisierende Bezüge und Vergangenheitserzählungen nationalistische und rassistische Ideologien in die Mitte der Gesellschaft getragen werden können.

 

 

CfP “Anarchistische Ansätze & Archäologie. Vergangene Gemeinschaften, Methodenpluralismus & Wissensliberation”

Traffic Sign Art in Florence (Fotogrundlage: http://photoblog.kuppke.de/albums/traffic-sign-art/content/204-1/])

In unserer Workshop-Reihe „Theory in Practice“ veranstalten wir vom 15.-17. November 2018 in Hamburg unseren nächsten Jungwissenschaftler*innen-Workshop in Kooperation mit Anarchaeologie und unterstützt durch das Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie Hamburg. Dazu möchten wir Euch ganz herzlich einladen. Thema ist diesmal:

„Anarchistische Ansätze und Archäologie. Vergangene Gemeinschaften, Methodenpluralismus und Wissensliberation

Den Call for Participation, Papers & Posters findet Ihr hier: http://v22016073679635713.nicesrv.de/wp-content/uploads/2018/05/CfP-Anarchismus-Archäologie.pdf.

Als Einstieg wird es am 15.11. eine öffentliche Podiumsdiskussion geben:

Leider ist der Workshop in seiner Größe auf 40 Personen begrenzt, um eine angeregte Diskussionsatmosphäre zu ermöglichen; eine Anmeldung bis zum 31. August ist daher verbindlich erforderlich. Wir freuen uns auf eure Beteiligung.

Postkoloniale Antike? Alterität und Macht in den Altertumswissenschaften

Am 4. und 5. Dezember 2017 findet in Basel eine Graduiertentagung statt. Es wird danach gefragt, inwieweit die von den Postcolonial Studies erarbeiteten Konzepte und Theorien auch für die Antike fruchtbar gemacht werden können. Der Schwerpunkt soll dabei auf Alterität und Machtverhältnissen liegen: Alterität meint die Konstruktion und Konstituierung des „Anderen“ (Other), gegen den eine gesellschaftliche, politische, kulturelle und wirtschaftliche Überlegenheit und Fortschrittlichkeit behauptet werden kann. Die dadurch gefestigten imperialen Strukturen sind von einer Asymmetrie der Machtverhältnisse gekennzeichnet, welche die unterworfene indigene Bevölkerung in ein Verhältnis der Subalternität drängt.

Das Programm könnt Ihr hier einsehen: Programm

Internationaler Workshop “Gender Transformations in Prehistoric and Archaic Societies” 8.-10. März 2018 in Kiel

Vom 8.-10. März 2018 findet in Kiel der Internationale Workshop “Gender Transformations in Prehistoric and Archaic Societies” statt.

“Innerhalb des Geflechts der unterschiedlichen Komponenten sozialen Verhaltens, nimmt die Kategorie des sozialen Geschlechts in den Gesellschaften von den spätpleistozänen sammelnden und jagenden Gruppen bis zu den frühstädtischen Gemeinschaften eine dominante Rolle ein. So kann eine deutliche Interaktion zwischen Geschlechteridentitäten, sozialer Vielfalt und den im SFB 1266 untersuchten Transformationsprozessen in prähistorischen und archaischen Perioden erwartet werden. Mit dem Workshop möchten wir eine Plattform anbieten für Diskussionen über a) Geschlechtertransformationen in der Vergangenheit und b) die Auswirkungen von Geschlechterungleichheiten auf den wissenschaftlichen Diskurs in unserer Forschungsgemeinschaft.”

Organisiert wird er am SFB 1266 “Scales of Transformation: Human-Environmental Interaction in Prehistoric and Archaic Societies” von Julia Katharina Koch.

Die Deadline des CfP ist der 31. Oktober 2017. Details dazu findet Ihr hier.

„Odin mit uns!“ – Fachtagung zu Wikingerkult und Rechtsextremismus

Vom 9. Oktober – 10. Oktober 2017 findet in der Nähe von Schleswig die Fachtagung „Odin mit uns!“ statt. Der Teaser der Organisator*innen lautet:

„Mit Rüstung und Hakenkreuz“ titelte die tageszeitung, nachdem bei den Wikingertagen in Schleswig 2016 ein Darsteller mit einem achtspeichigen Hakenkreuzmotiv auf seinem Schild kämpfte – und sorgte damit für viele Diskussionen: Handelte es sich bei der Verwendung solch einer vorbelasteten Symbolik nur um Naivität, eine Provokation oder um ein politisches Statement?

Fakt ist, dass sich in Bereichen, in denen angeblich authentische Darstellungen von Wikingern eine Rolle spielen, Rechtsextreme mit ihren Wertvorstellungen viele Anknüpfungspunkte finden. Hier können sie ihre ideologischen Botschaften hinter historisierenden Ausstattungen und Symboliken verbergen. Dies geschieht im Umfeld von Reenactment und diversen Wikinger -, Mittelalter oder Musikfestivals, im Vikingrock und Paganmetal oder in neopagenen religiösen Gruppen – die Grenzen zwischen wissenschaftlich nachweisbarer Realität, folkloristischer Aufbereitung und politischer Pose verschwimmen immer wieder.

Ob Rituale, Runen, Musik oder Kleidung – Wikingermotive und Mythen dienen der extremen und neuen Rechten als Fundamente für eine Identitätsproduktion, die immer noch in der „Blut und Boden“ Ideologie verankert ist.

Die Fachtagung will aus multidisziplinärer Perspektive mit Expert_innen aus Theorie und Praxis den Verbindungslinien von Wikingerkult und Rechtsextremismus nachgehen.

Hier findet Ihr die Webseite mit Programm und Anmeldungsmodalitäten.

Tagung “Figurationen von Zeit in Antike und Altertumswissenschaften” vom 28.-29. November 2016 in Basel

figurationen-von-zeit2Die Altertumswissenschaften befassen sich mehr noch als andere Disziplinen mit dem Phänomen “Zeit”, das sie bereits im Namen tragen. Die Erforschung des Vergangenen, seine Bezüge zu Gegenwart und Zukunft, die Dokumentation zeitlicher Abläufe in ihren Relikten stellen alltägliche Forschungsbereiche aller altertumswissenschaftlichen Disziplinen dar. Geichzeitig weisen die Altertumswissenschaften selbst ein beeindruckendes Alter auf und beschäftigen sich nicht nur mit ihren Gegenständen, sondern auch mit der Wahrnehmung von Zeit in verschiedenen Phasen der Wissenschaftsgeschichte.

Im Zentrum der diesjährigen Tagung des Doktoratsprogramms der Basler Altertumswissenschaften stehen somit sowohl antike Auffassungen von Zeit als auch deren Wandel bis in die Gegenwart. Die Interdisziplinarität der Tagung erlaubt eine Vielfalt von Herangehensweisen: Diskutiert werden so verschiedene Bereiche wie das Einteilen in Phasen und Epochen, die Messbarkeit der Zeit, die Vergegenwärtigung von Vergangenheit
durch Erinnerung, die Möglichkeiten der Rekonstruktion und ihre Grenzen, die Darstellung der Zeit durch Bild und Metapher. Hierbei überschneiden sich Darstellung und Dargestelltes: Gerade das Thema Zeit erfordert in der Auseinandersetzung mit zeitlich weit entfernten Kulturen das Denken über die eigene Vorstellungswelt hinaus und erlaubt durch das Abstrahieren vom modernen Zeitbegriff eine Annäherung an antike Modelle der “Figurationen von Zeit”.