Kategorie-Archiv: Artikel

Heidegger, Gadamer and the work of archaeology

Philip Tonner

Archaeology has, over the course of the 20th Century and into the 21st, become aware of the contribution that theory can – and does, whether explicit or not – make to its enterprise of understanding the human past. What I’d like to do in this short article is to introduce two thinkers from the phenomenological and hermeneutic tradition in European philosophy who’s writings are incredibly suggestive for archaeological theory and, ultimately, for archaeological practice. The thinkers in questions – Martin Heidegger (1889–1976) and Hans-Georg Gadamer (1900–2002) – each have something to say about how we might understand human engagement with the world, past and present, and how we might
approach the archaeological record. With Edmund Husserl, Martin Heidegger was one of the central thinkers to have contributed greatly to the development of phenomenological philosophy in the 20th Century. His early masterpiece Sein und Zeit (Being and Time [1927]) had a formative influence on the ‘existentialists’ and his other works, particularly on art and language, have been crucial to the development of hermeneutics and deconstruction in the hands of Gadamer and Jacques Derrida.

 

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Rational Choice in der Archäologie

Die „harte“ Version,
die „weiche“ Version und das Problem der Brückenannahmen

Erwiderung auf eine Rezension von Martin Hinz im Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft Theorie in der Archäologie

von Knut Petzold

Äußerst positiv überrascht durfte ich vor einiger Zeit zur Kenntnis nehmen, dass über drei Jahre nach deren Entstehung und eineinhalb Jahre nach ihrer Publikation meine interdisziplinär-theoretischen Überlegungen zur Erklärung archäologischer Phänomene (Petzold 2007) freundlicher Weise durch Martin Hinz im Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft Theorie besprochen worden sind (Hinz 2008 ).

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Stellungnahme zu einem Kommentar von Raimund Karl

Stellungnahme zu einem Kommentar von Raimund Karl
im Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft
Theorie in der Archäologie
von Otto H. Urban
In Erinnerung an Kurt Tomaschitz,
einem viel zu früh von uns gegangenen wirklichen Kenner der frühen Kelten
Zu den Ausführungen soll nur kurz festgestellt werden, dass Karls eingangs geäußertes Grundprinzip „anything goes“ den Vorstellungen einer wissenschaftlichen Methode widerspricht. Wissenschaftliche Disziplinen, deren Hauptfragen und Methoden sind per se nicht sakrosankt (unberührbar), sondern entwickeln sich weiter  – Hand in Hand bzw. Zug um Zug. Seiner Sorge um die Zukunft kann ich mich daher nicht anschließen.1
Nun, nachdem sich Karl zu keiner Hauptfrage entschließen kann, sind seine Ausführungen zu Kulturrationsprozessen hinfällig – er stellt ja „alles“ in Frage. Eine Klassifizierung der Keltischen Archäologie wie der Ur- und Frühgeschichte oder der Alten Geschichte als idiographische Disziplin steht außer Zweifel; Karls Verweis auf „historische Naturgesetze“ spiegelt meines Erachtens eine veraltete „einseitige“ Weltsicht wider.
Archäologien sollten sich meines Erachtens in der Tat mit älteren (vergangenen)
Kulturen beschäftigen. Begriffe wie Neuzeitarchäologie oder Mittelalterarchäologie verwende ich nicht gerne – sie stellen eigentlich ein Paradoxon dar.

 

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Theorie, Methode und Keltengenese

Ein Kommentar zu Otto H. Urbans Methode der keltischen Archäologie

 von Raimund Karl

Im Tagungsband des vierten deutschspra­chigen KeltologInnentages stellt Otto H. Urban (2007) seine Gedanken zu einer Methode der keltischen Archäologie und zu einem Modell der Keltengenese zur Diskus­sion. In diesem Artikel, der viele wertvolle Gedanken enthält, entwickelt Urban ein Ablaufmodell zum methodisch korrekten Vorgehen der keltischen Archäologie. Es soll die Ausgangsbasis für Vergleiche mit den Ergebnissen anderer keltisch-altertums­kundlicher bzw. keltologischer Teilwissen­schaften bilden und damit eine Verifikation bzw. Falsifikation der mittels archäologischer Methoden gewonnenen Ergebnisse ermög­lichen. Dieser Darstellung folgt – wohl als Anwendungsbeispiel für die vorgestellte Methode konzipiert – die Darlegung eines Modells der „keltischen Ethnogenese“ (ebd. 604–7). Gerade weil der Beitrag Urbans viele wertvolle Ansätze aufweist, ist ein Kommen­tar zu den ebenfalls enthaltenen problema­tischen Aspekten notwendig.

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„Odin statt Jesus!“

»Odin statt Jesus!«

Europäische Ur- und Frühgeschichte als Fundgrube für religiöse Mythen neugermanischen Heidentums?

von Doreen Mölders und Ralf Hoppadietz

Jedes Jahr zu Pfingsten findet in Leipzig das „europaweit größte Wave-Gothik Treffen“ statt, bei dem 15 000 bis 20 000 „Gothik-Fans“ die über das gesamte Stadtgebiete verteilten Veranstaltungen besuchen. Angelockt werden sie vor allem von den zahlreichen Konzerten verschiedenster Stilrichtungen wie Neo-Folk, Black-Metal, Electronic Body Music (EBM) usw. Des Weiteren gibt es zahlreiche Stände mit entsprechender Kleidung und Accessoires für das oft Detail verliebte Outfit der TeilnehmerInnen, und sogar die großen Einkaufsketten wie Karstadt und Galeria Kaufhof lassen es sich nicht nehmen, ihren Eingangsbereich mit allem, was schwarz ist, zu füllen. Bezeichnend ist zudem das so genannte „heidnische Dorf“, in dem Personen in hemdartigen Wämsern und wollenen Umhängen für die Dauer des Festivals wohnen und mit schweren, selbst gefertigten Hämmern, Doppeläxten und Schwertern „alte“ Handwerks- und Kampftechniken vorführen und so einer breiteren Öffentlichkeit näher bringen wollen.

 

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Prähistorie im Nationalsozialismus

Prähistorie im Nationalsozialismus: Ein Vergleich der Schriften von Herbert Jankuhn und Hans Reinerth zwischen 1933 und 19391

von Katharina Krall
Betrachtet man die Prähistorie im Nationalsozialismus, ergibt sich trotz umfangreicher Forschertätigkeit in den letzten Jahren immer noch ein sehr unterschiedliches Bild. Deutlich geworden ist jedoch, dass es kaum Widerstand gegen den Nationalsozialismus gegeben hat, dass der Nationalsozialismus von der großen Mehrheit der Prähistoriker sogar begrüßt worden ist. Uta Halle wies in ihrer Habilitationsschrift »›Die Externsteine sind bis auf weiteres germanisch‹. Prähistorische Archäologie im Dritten Reich« (HALLE 2002a; DIES. 2002b) besonders deutlich nach, dass es fast nie Handlungs- oder Interpretationsvorgaben seitens der zuständigen Partei- oder Staatsstellen gab, sondern dass die Eigeninitiative der Prähistoriker eine sehr große Rolle spielte.

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